Pierre Haubensak (Netz, 2011)

An der Turbinenstrasse 12/14 in Zürich-West trifft der Flaneur auf eine alleinstehende Liegenschaft aus dem späten 19. Jahrhundert, die von pittoresken Kleingärten umgeben ist. In einem engen Bogen wird die Turbinenstrasse um dieses Haus herum geführt, das auf allen Seiten von Neubauten oder Baustellen umzingelt ist. An dieser Bruch- und Schnittstelle diverser Themen im Zusammenhang mit moderner Stadtentwicklung hat der Zürcher Künstler Pierre Haubensak ein monumentales Wallpainting anbringen lassen. Träger des abstrakten Bildes, das gängige Ordnungsprinzipien in Frage stellt, ist just jene Brandmauer, die entstanden war, als die Stadt Zürich einen Teil des Hauses abbrechen liess, der sich in ihrem Besitz befand. Bis der Rechtsstreit zwischen den Besitzern der Restliegenschaft und der Stadt geklärt ist, bleibt die künstlerisch markierte Brandmauer als weitherum sichtbares Symbol für einen gestoppten Transformationsprozess bestehen – eine schöne Wunde im Stadtbild.

PIERRE HAUBENSAK, CH, *1935, lebt und arbeitet in Zürich

Kooperation mit AG KiöR, Zürich

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