Hans Josephsohn (Grosse Liegende, 1995-2001)

Hans Josephsohns Liegende räkelt sich direkt auf der ehemaligen Demarkationslinie zwischen Arbeits- und Lebenswelt – dem denkmalgeschützten, heute aber stillgelegten und zum Spazierweg umgenutzten Bahnviadukt. Aus dem traditionsreichen Material Bronze gegossen, noch figurativ, aber schon mit vielen Charakteristika der Abstraktion und Verfremdung aufgeladen, steht diese Skulptur symbolhaft für eine Zukunft, die die Zeichen der Vergangenheit reflektiert und respektiert. Beim Sujet half dem Künstler der Zufall, wie er selbst sagt: «Ich erinnere mich, meine Freundin ist so gelegen auf dem Bett, sie hat sich aufgestützt, das gefiel mir, und ich habe gedacht: so etwas würde ich gerne einmal machen. So ist das losgegangen mit den Liegenden, ich bin einfach durch irgendetwas beeindruckt gewesen.»

HANS JOSEPHSOHN, CH, *1920, lebt und arbeitet in Zürich

Courtesy the artist, Kesselhaus Josephsohn, St. Gallen und Hauser & Wirth

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